Weltjugendtag 2008 in Australien
Mehr als 30 Jugendliche unserer Provinz haben sich mit P. Fey und P. Möllmann auf den Weg zum XIII. Weltjugendtag nach Sydney gemacht. Von ihrem 3wöchigen Aufenthalt in Asien und Australien berichten sie hier in einem Foto-Tagebuch.
Es ist geschafft! Die Pilger sind wieder gut gelandet. Inzwischen stehen auch alle Fotoalben im Netz. In der Navigationsleiste links kannst du dir ein Fotoalbum heraussuchen und zurückblicken auf die vergangenen Tage.
Dem Glauben Gestalt geben
Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein. (Apg 1,8)
So lautete das Motto des 23. Weltjugendtages in Australien. Anfang Juli machten wir uns drei Wochen lang auf den Weg, um herauszufinden, was genau das eigentlich heißt: Zeuge sein. Wir, das sind 32 OMI-Jugendliche zusammen mit Pater Stephan Möllmann und Pater Dik Fey.
Unsere Reise begann an einem schönen Sonntag Nachmittag am Flughafen in Frankfurt. Nachdem sich die Gruppe gefunden hatte und alle Eltern mit einem ja, wir sind vorsichtig und ja, wir benehmen uns gut verabschiedet worden waren, konnten wir unsere Pilgerreise mit einem Gottesdienst im Flughafen beginnen, zudem uns der Zoll gütigerweise einen Kerzenständer voll Messwein genehmigt hatte. Um halb acht startete dann unser Flieger, der uns zu unserem ersten Ziel nach China brachte.
Einchecken ins Panda-Hotel
Nach neun langen Flugstunden landeten wir in Hongkong. Schon auf der Fahrt zum Hotel wurden wir von der Größe und Kultur der Stadt beeindruckt. Dank unserer Reiseleiterin Poly, wurden die Eindrücke mit hilfreichen Informationen ergänzt.
Nach dem Einchecken ins Panda-Hotel brachen wir direkt zur ersten Stadtrundfahrt auf. Poly hatte ein tolles Programm für uns vorbereitet, das mit einem traditionellen Abendessen und einer Lasershow an Hongkongs beeindruckender Skyline zu Ende ging. Am Dienstag trafen wir zusammen mit der Diozese Fulda den Bischof von Hongkong. Die katholische Kirche muss in weiten Teilen Chinas im Untergrund arbeiten und kämpft mit vielen Problemen. Kardinal Zen Ze-Kiun berichtete uns voller Leidenschaft von seiner Arbeit. Er lässt sich von nichts unterkriegen und ermutigte uns mit einem kleinen Geschenk auch in Deutschland nicht aufzugeben, wenn wir vor Problemen stehen und für unseren Glauben einzustehen. Der letzte Tag in Hongkong stand dann zur freien Verfügung, die viele für einen Besuch eines Buddhistenklosters nutzten.
Die nächste Etappe
Um 6 Uhr früh ging es am Donnerstag dann weiter zur zweiten Etappe der Reise, nach Melbourne. Dort fand das Weltjugendtagsvorprogramm aller Oblaten der ganzen Welt statt. Fast 800 Jugendliche und Priester stimmten sich zwei Tage lang auf das Großereignis in Sydney ein. Die australischen OMI-Jugendlichen hatten dazu mit Pater Christian Fini OMI einiges organisiert. Das Treffen begann für uns mit einem Kreuzweg. Die letzten Stunden Jesu Christi wurden in einer Art Musical dargestellt. Durch Schauspiel und Musik kamen uns die Leiden Jesu sehr nahe, was bei vielen für die ersten sehr emotionalen Momente sorgte. Für den Rest des Tages hatte das Team ein buntes Programm aus Tanz, Musik und australischer Tradition zusammengestellt. Mit der Abschlussmesse am Samstag fand das Vorprogramm seinen Höhepunkt. Begleitet vom Pater General Wilhelm Steckling OMI legte ein thailändischer Mitbruder seine Ewigen Gelübde ab und gliederte sich damit endgültig in die Oblatengemeinschaft ein.
Mit vielen tollen Gesprächen, einer Menge neuer Bekanntschaften und vorbereitet für den Höhepunkt der Pilgerreise, machten wir uns am Sonntag auf nach Sydney.
Nach 12 Stunden Busfahrt dort angekommen, erreichten wir unser erstes Nachtquartier- den Olympiapark von Sydney. In einem seiner Parkhäuser verbrachten wir dann eine sehr kalte Nacht, bevor es am Montag zu unserem eigentlichen Quartier nach Narrabeen im Norden Sydneys in die Gemeinde St. Joseph ging. Dort lebten wir zusammen mit einigen Deutschen, aber auch Mexicanern und Panamaern.
Gespräche und gemeinsames Gebet
Das ofizielle WJT-Programm begann am Dienstag mit einer grandiosen Eröffnungsmesse. Sydneys Bischof Kardinal Pell eröffnete die Feier mit einem Grußwort an die 4000 deustchen Pilger, die Gastgeber des letzten WJTs waren. Der Gottesdienst vor toller Kulisse, dem Hafen von Sydney, war ein schöner Einstieg in die Weltjugendtagswoche. Er endete mit dem offiziellen Song Receive the power, den 200.000 Jugendliche mitsagen. Für mich war das einer der bewegensten Momente unserer Reise. Am Mittwochabend trafen sich alle OMIs aus Melbourne nocheinmal wieder. Wir konnten unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse austauschen und nocheinmal ins Gespräch kommen, bis der Abend mit einem gemeinsamen Gebet endete.
Für viele der fast 500.000 Pilger in Sydney komplettierte sich der WJT mit der Papstankunft am Donnerstag. Per Schiff kam der Heilige Vater im Hafengelände „Barangaroo“ an und begrüßte die Jugend der Welt sehr herzlich. Sichtlich bewegt war Benedikt XVI von der großen deutschen Unterstützung. Er ermutigte uns, den Heiligen Geist aus Australien mit nach Deutschland zu nehmen und die Menschen anzustecken mit dem Charisma dieser jugendlichen Kirche. Anschließend zeigte sich der Pontifex den Gläubigen in seinem „Papa-Mobil“ in der Stadt.
Am Freitag eröffnete Benedikt den Kreuzweg durch die gesamte City. Quer verteilt in ganz Sydney verfolgten die Jugendlichen den Leidensweg Christi. Begleitet wurden die ersten Tage des WJTs von Katechesen. Bischof Hauke von Erfurt, Bischof Marx von München und Erzbischof Kardinal Meisner von Köln brachten uns das Motto des Weltjugendtages näher und versuchten uns in Diskussionsrunden die Tragweite des Heiligen Geistes deutlich zu machen.
Papst Benedikt ermutigte uns
Die letzten zwei Tage verlagerte sich das Programm von der Innenstadt auf die Pferderennbahn Randwick. Den ganzen Samstag über pilgerten die Jugendlichen über die berühmte Harbourbridge 10 km zur Rennbahn, wo am Abend eine beeindruckende Vigilfeier stattfand. Begleitet von einer halben Million Kerzen wurde der gefeiert, der es schafft, 500.000 Menschen friedlich zu einem Glaubensfest der ganzen Welt zu bewegen: Jesus Christus. In der Anbetung des Allerheiligsten kam das Motto des Weltjugendtages zum Tragen: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein.
Nach der Nacht auf dem Feld ging der 23. WJT in Sydney mit dem Abschlussgottesdienst feierlich zu Ende. Papst Benedikt XVI ermutigte die Jugendlichen in seiner Predigt erneut in ihrem Glauben und entließ uns alle als Zeugen seiner Kirche. Begleitet von receive the power endete eine Woche voller Begegnungen, Freude und Zusammenhalt, von deren Begeisterung wir noch lange sprechen werden. Der WJT war ein wahnsinniges Erlebnis, das wir wohl nie vergessen werden.
Bis 2011 in Madrid!
Um alle Eindrücke in der Gruppe verdauen zu können, flogen wir noch für drei Tage nach Cairns. Dort entspannten wir uns gemeinsam beim Schnorcheln im Great Barrier Reef und im Aboriginal Parc, der uns die Kultur der Ureinwohner zeigte. Nach diesen tollen drei Wochen fiel der Abschied in Frankfurt besonders schwer.
Ich möchte mich bei der ganzen Guppe für die tolle Gemeinschaft bedanken. Und im Namen dieser ein dickes DANKESCHÖN an Stephan und Dirk richten, die uns mit ihren Impulsen auf alle Ereignisse eingestimmt und die ganze Fahrt wunderbar organisiert haben!!!
So lasst uns gemeinsam Zeugen sein; bis wir uns wiedersehen 2011 in Madrid!




